Sie haben vielleicht schon gemerkt: Das Wort ‚Unternehmensberater‘ möchte ich nicht auf mich angewendet wissen…!
Dies soll keineswegs alle Unternehmensberater diskreditieren – leider haben manch schwarze Schafe aber eine ziel- und erfolgsorientierte und auf einen bestimmten Zeitraum reduzierte Tätigkeit, die in der Regel ‚vor Ort‘, also beim Kunden, stattfindet, etwas in Verruf gebracht.

Ich lege daher Wert darauf, dass ich einige Regeln für mich aufstelle, wenn ich Kunden projektspezifisch begleite oder Kundenprojekte alleine oder als Projektleiter stemme:

– es müssen die Ressourcen gegeben sein – und zwar auf beiden Seiten! Zeitrahmen und ‚Manpower‘ müssen abgestimmt sein und idealerweise werden Absprachen dann auch eingehalten und Ausnahmen bleiben das, was sie sein sollen: Ausnahmen!

– notwendige Vorarbeiten müssen geleistet werden; dies betrifft insbesondere die Bereitstellung von benötigtem Datenmaterial (z.B. um Bestandsanalyse und -optimierungen vornehmen zu können)
Wenn frühzeitig erkennbar ist, dass unabdingbar benötigte Daten nicht vorhanden oder zum benötigten Zeitpunkt nicht verfügbar sein werden, leiste ich mir den Luxus, den Auftrag nicht anzunehmen. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist dies für beide Seiten sinnvoller und auch zukunftsträchtiger, als wenn ich ein paar Tagessätze verrechne, ohne dafür wirklich geleistet haben zu können.

Leider ist das Thema der rechtzeitigen Verfügbarkeit von vorher abgesprochenem Datenmaterial und Verfügbarkeit von Mitarbeitern immer wieder aktuell.
Ich weiß aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung in Führungspositionen, dass es immer wieder zu Verschiebungen und neuen Prioritäten kommt – ich berücksichtige dies und bin größtenteils flexibel.

Typische Projekte sind beispielsweise

  • Aufspüren und Umsetzen (!) von Einsparpotenzialen für bestimmte Warengruppen
    • Analyse der Produkte (dies kann gegebenenfalls sehr umfangreich sein und sehr technische Aspekte bis zu zu wertanalytischen Betrachtungen beinhalten und auch die Bedarfsstruktur umfassen. Sorry, das klingt akademisch und trocken, kann aber für ein qualifiziertes und nachhaltiges Arbeitsergebnis wesentlich sein)
    • Erarbeiten passender Einkaufsstrategien
    • Umsetzung der mit dem Kunden im Vorfeld (!) abgestimmten Maßnahmen
      Dies ist zu detailliert und kundenspezifisch, um hier einzelne Schritte zu beschreiben. Ich arbeite ja auch nicht ein bestimmtes Muster ab, sondern orientiere mich an den jeweiligen Gegebenheiten… .
  • Optimierung von Beständen
    • Qualifizierte Bestandsanalyse (dies geht über die Ermittlung der üblichen Kennzahlen deutlich hinaus)
    • Erarbeiten von Optimierungsmöglichkeiten, zum Beispiel auch bezüglich Dispositionsparameter
    • Wenn gewünscht: Umsetzung der mit dem Kunden abgestimmten Maßnahmen
  • Mit der Neuorganisation von Einkaufsstrukturen beschäftige ich mich weniger. Wenn meine Meinung gefragt ist, muss ich in der Lage sein, mir ein qualifiziertes Bild über Strukturen (nicht nur die Strukturen, wie sie im Handbuch stehen, sondern auch, wie sie tatsächlich gelebt werden…) und die Mitarbeiter zu machen.
    Dies kostet Zeit – für vorschnelle und oberflächliche Urteile stehe ich ‚leider‘ nicht zur Verfügung.

Im übrigen lege ich Wert darauf, dass ich mich nicht lange an einen Kunden binde um den Kunden nicht lange an mich zu binden! Sollte sich in der Zusammenarbeit herausstellen, dass die jeweiligen Vorstellungen oder Persönlichkeiten nicht miteinander harmonieren ist ein offenes Gespräch und gegebenenfalls eine Beendigung der Geschäftsbeziehung für beide Seiten die professionellere Lösung als das krampfhafte Durchziehen eines längerfristigen Vertrages.

Vielleicht auch wegen diese vertrauensbildende Maßnahme habe ich es noch nie erleben müssen, dass ein Kunde sich vorzeitig, während eines Auftrags, von mir trennte. Und auch ich selbst habe nur einmal, nach erfolgreichem Abschluss (Einsparung: ca. 1 Million € in einem ’schwierigen‘ Umfeld) das Angebot eines weiteren Auftrages höflich abgelehnt, weil ich mich mit bestimmten Rahmenbedingungen nicht identifizieren konnte – ohne verbrannte Erde zu hinterlassen!